DSC02053Sie möchten gerne einen Hunde als Pflegestelle aufnehmen...

Sehr oft erreichen uns Anfragen, ob nicht auch eine Pflegestelle helfen würde… frei nach dem Motto… Hauptsache raus, alles ist besser…. Aber eine Pflegestelle ist nicht immer zwangsläufig eine Chance. Für die unzähligen Hunde dort, ist es ihr Zuhause mit ihren bekannten Menschen (auch wenn sie diese nur 1x in der Woche sehen), aber das ist das was sie kennen. Die Hunde, die hierher kommen sind nicht dankbar oder froh… wir haben sie aus ihrem Alltag gerissen und von ihren Menschen getrennt. Die meisten Hunde, die hierher kommen haben es in der Anfangszeit sehr schwer – teilweise trauern sie sogar. Wir verstehen natürlich, dass wir Menschen das nicht so sehen und immer denken, alles wäre besser als das Shelter. Das können wir aber definitiv verneinen.

Wir wissen aus Erfahrung, dass diese Hunde – wenn sie nach einiger Zeit eine Bindung zu ihren neuen Menschen aufbauen konnten – kaum noch etwas anderes zulassen. Gerade ältere Hunde kommen mit einem erneuten Wechsel überhaupt nicht klar und leiden jämmerlich. Denn sie verlieren dann bereits zum 2. x ihr Zuhause.

Wir finden es toll, dass sogar Pflegestelle mit voller Kostenübernahme angeboten werden, aber rechtlich gesehen wäre es noch unser Hund und im Zweifelsfall wären wir finanziell voll verantwortlich. Wir sind ein kleiner Verein und versuchen, den Hunden im russischen Shelter „Kozhuhovo“ zu helfen. Dort leben ca. 2700 Hunde. Es werden dort zwar keine Hunde getötet, aber jeder Euro wird dringend gebraucht. Das öffentliche Shelter stellt nur eine Grundversorgung an Futter und medizinischer Versorgung. Aber weder hochwertigeres Futter oder spezielles Futter für erkrankte Hunde noch teure Medikamente oder aufwendige Behandlungen werden vom Shelterbetreiber bezahlt. Viele Hunde sind dort älter. Auch ist das Standard-Futter von schlechter Qualität und die Hunde haben entsprechende Probleme. Um diesen Hunden zu helfen – den erkrankten Hunden überhaupt eine Überlebenschance zu ermöglichen oder Schmerzen und Beschwerden zu lindern - fließt jeder Euro in die Hilfe vor Ort.
Wir können uns schlichtweg nicht leisten, Hunde auf Pflegestellen zu setzen und dann auf ungewisse Zeit zu finanzieren.

Wir arbeiten mit wenigen ausgewählten vereinsinternen Pflegestellen zusammen und dabei möchten wir es auch belassen.

Unabhängig davon, sind wir aber natürlich auch unserem Veterinäramt verpflichtet. Dieses sieht Unterbringung auf Pflegestellen sehr kritisch. Wir übrigens auch, denn eine Pflegestelle ist immer „die leichte Option“ mit einer „Hintertür“ für die Menschen. Wir vermitteln hauptsächlich Senioren und die Realität zeigt einfach, dass diese Hunde sowieso wenig Chancen haben. Sollten Sie dann noch auf einer Pflegestelle sein, werden die Anfragen auf ein Minimum sinken, denn der Hund hat es ja gut und ist in Sicherheit. Sollte irgendetwas irgendwann nicht mehr passen, dann könnte man uns den Hund wie ein gebrauchtes Möbelstück einfach wieder vor die Tür setzen (innerhalb von wenigen Tagen – ohne dass wir überhaupt die Chance hätten, einen neuen Platz zu suchen) Und selbst, wenn der Hund solange dort bleiben kann, bis er ein endgültiges Zuhause gefunden hat… Wie sich der Hund dann bei einer erneuten Abgabe fühlt, wird nicht gesehen. Das bitten wir jetzt nicht falsch zu verstehen, aber wir suchen nicht einen Platz für unsere Hunde – wir suchen DEN Platz, wir suchen DAS Zuhause. Wir möchten vermeiden, dass unsere Hunde „Wanderpokale“ werden und möchten sie einfach – nachdem wir sie aus ihrer gewohnten und sicheren Umgebung heraus geholt haben – in einem endgültigen Zuhause wissen.

Es gibt sehr viele Organisationen, die unter dem „Tötungsdruck“ für ihre Hunde arbeiten müssen… da macht eine Pflegestelle oft durchaus Sinn, aber diesen Druck haben wir nicht. Es ist dort mit Sicherheit nicht toll für die Hunde, aber es gibt weitaus Schlimmeres. In diesem Shelter gibt es eine Krankenstation, eine Hospizstation und die Hunde werden versorgt.

Unser Team wünscht allen Hunden eine bessere und schöne Zukunft, aber dieser Wunsch ist damit verbunden, dass sie nicht noch einmal ihre Menschen verlassen müssen.

Angebote für eine Pflegestelle werden wir zukünftig nicht mehr beantworten.

 

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